Narzissmus im Beruf

Wenn der Arbeitsplatz zum emotionalen Stresstest wird.

Viele Betroffene beschreiben es als schleichenden Prozess: Was vielleicht als spannende berufliche Herausforderung oder mit einem charismatischen Chef begann, entwickelt sich zunehmend zu einem toxischen Umfeld. Der Gang zur Arbeit ist begleitet von Anspannung, Magenschmerzen oder dem Gefühl, permanent „auf Eiern laufen“ zu müssen. In meiner Beratung unterstütze ich Sie dabei, narzisstische Dynamiken im Berufsleben zu durchschauen, sich emotional abzugrenzen und Ihre berufliche Selbstsicherheit wiederzufinden.

Wie sich narzisstische Dynamiken am Arbeitsplatz zeigen

Ein gesundes Maß an Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen ist im Berufsleben oft förderlich. Doch bei ausgeprägtem Narzissmus geht es nicht mehr um das gemeinsame Ziel des Teams oder des Unternehmens, sondern primär um Macht, Bewunderung und die absolute Kontrolle. Für das Umfeld – ob Mitarbeiter oder Kollegen – ist das extrem belastend.

Narzisstische Kollegen: Konkurrenzkampf und Machtspiel

Auch im Kollegium kann narzisstisches Verhalten erhebliche negative Auswirkungen haben nicht nur auf das Team sondern auch auf die Zusammenarbeit und die psychische Gesundheit aller Beteiligten.

Echte, vertrauensvolle Teamarbeit ist kaum möglich, da alles einem ständigen, oft verdeckten Konkurrenzkampf untergeordnet wird.Wichtig ist, solche Dynamiken früh zu erkennen, klare Grenzen zu setzen und sich fachliche Unterstützung zu suchen.

Der narzisstische Vorgesetzte: Zwischen Idealisierung und Abwertung

Narzisstisch geprägte Führungskräfte wirken zu Beginn oft charismatisch, visionär und durchsetzungsstark. Sie begeistern Mitarbeitende und vermitteln das Gefühl, Teil von etwas Besonderem zu sein. Neue Teammitglieder werden nicht selten idealisiert und als außergewöhnliche Talente hervorgehoben.

Diese Aufwertung ist jedoch meist an Bedingungen geknüpft: Loyalität, Bewunderung und Bestätigung der eigenen Führungsstärke. Treten Mitarbeitende eigenständig auf, äußern fachlich fundierte Kritik, machen eigene Erfolge sichtbar oder setzen Grenzen, kann sich das Verhalten abrupt ändern.

Nicht selten folgt eine Phase der Abwertung. Leistungen werden relativiert, Fehler überbetont, Kritik persönlich genommen. Mitunter kommt es zu subtiler oder offener Bloßstellung. Das zuvor idealisierte Teammitglied erlebt einen plötzlichen Statusverlust ohne sachliche Grundlage.

Kennzeichnend ist die Polarisierung zwischen Idealisierung und Entwertung, die häufig der Stabilisierung eines fragilen Selbstwerts dient. Für Mitarbeitende entsteht ein Klima der Verunsicherung, da Anerkennung und Kritik weniger an objektiver Leistung als an den Bedürfnissen der Führungskraft orientiert sind.

Toxische Kommunikation, Gaslighting und Schuldumkehr

Um die eigene Überlegenheit zu sichern, greifen narzisstische Persönlichkeiten im Job zu destruktiven Strategien, die stark verunsichern:
  • Schuldumkehr: Fehler werden konsequent ausgelagert. Wenn ein Projekt schiefgeht, sind immer andere schuld – oft Sie. Verantwortung wird strikt von sich gewiesen.
  • Gaslighting: Abmachungen werden geleugnet, Informationen absichtlich zurückgehalten oder Aussagen verdreht („Das habe ich so nie gesagt“), bis Sie ernsthaft an Ihrer eigenen Wahrnehmung, Ihrem Gedächtnis und Ihrer fachlichen Kompetenz zweifeln.
  • Grenzverletzungen: E-Mails am späten Abend, ständige Erreichbarkeit oder das Ignorieren Ihrer Erholungsphasen. Ihre persönlichen Bedürfnisse und Grenzen spielen keine Rolle.

Die Folgen für Betroffene: Selbstzweifel und Burnout-Gefahr

Wer täglich mit Manipulation, Abwertung und unberechenbaren Stimmungsschwankungen am Arbeitsplatz konfrontiert ist, zahlt einen hohen Preis. Selbst sehr erfahrene und hochqualifizierte Fachkräfte beginnen, an ihren Fähigkeiten zu zweifeln. Der ständige Stress führt zu innerer Unruhe, Schlafstörungen, tiefer Erschöpfung und nicht selten in ein echtes Burnout.

Man investiert immer mehr Energie, um Konflikte zu vermeiden oder den unerfüllbaren Erwartungen gerecht zu werden; ein kräftezehrender Kampf, der nicht zu gewinnen ist, solange man die zugrundeliegende Dynamik nicht erkennt.

Ihr Weg zu beruflicher Klarheit und innerer Stärke

Der wichtigste erste Schritt ist folgende Erkenntnis: Das toxische Verhalten Ihres Vorgesetzten oder Kollegen ist kein Indikator für Ihre fachliche Leistungsfähigkeit. Es spiegelt vielmehr die Dynamik einer narzisstisch geprägten Persönlichkeit wieder, die ihr Selbstwertgefühl durch Kontrolle und Abwertung anderer zu stabilisieren versucht.

Wie ich Sie im Coaching begleite

  • Klarheit gewinnen: Wir entwirren die festgefahrene Situation am Arbeitsplatz. Sie lernen, das toxische Verhalten sachlich als narzisstische Strategie zu durchschauen, anstatt es sich selbst zuzuschreiben.
  • Emotionale Abgrenzung: Wir erarbeiten konkrete, alltagstaugliche Handlungsschritte, wie Sie sich gegen Gaslighting und Manipulation schützen und eine professionelle innere Distanz wahren können.
  • Selbstwert stärken: Wir bauen Ihr berufliches Selbstbewusstsein und Ihr Vertrauen in Ihre eigenen Fähigkeiten wieder auf.
  • Perspektiven entwickeln: Manchmal ist eine klare Grenzziehung im Berufsleben möglich, manchmal ist ein Arbeitsplatzwechsel der gesündere Weg. Ich begleite Sie dabei, Entscheidungen aus einer Position der Stärke heraus zu treffen – frei von Angst oder Ohnmacht.
Susanne Boucsein | Coach für Narzissmus Begleitung

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Lassen Sie uns einen gemeinsamen Weg finden, damit Sie wieder mit innerer Stärke, Klarheit und Selbstbewusstsein durch Ihren Arbeitsalltag gehen. Ich bin für Sie da und begleite Sie individuell nach Ihren Bedürfnissen. Entweder persönlich in meinen Räumlichkeiten in Münster oder flexibel im Online-Format.

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